AustrAsien

Quer durchs Wohnzimmer ist eine Wäscheleine gespannt, an der Kochutensilien und – immerhin – blitzsaubere Unterwäsche fröhlich in der Gegend herum baumeln. Das, wofür uns unsere Mamas die Ohren lang gezogen hätten, gehört in unserem Lieblings-Wohnzimmer zum guten Stil – genauso wie die urigen Möbel vom Dachboden, die Retroschultasche und die würdevolle Großmutter des Smartphones. Ohne Apps, dafür mit Wählscheibe.
Neben der genial urigen Einrichtung zieht das Mau Shi seine Gäste aber vor allem auch mit einer exquisiten Auswahl an Speis und Trankerln an, die die Geschmacksnerven zum Vibrieren bringt. China, Indonesien, Vietnam, Thailand und Japan sind in der Küche vertreten – und zwar wortwörtlich, denn gekocht wird hier von Leuten, die wissen was sie tun. Und das schmeckt man auch. Inmitten von Graz kannst du mit Chili Chicken, Thainudeln oder Springrolls eine kulinarische Weltreise antreten – und fühlst dich dabei irgendwie doch daheim.

Die Hausfrauenkost, wie man im Mau Shi so schön gender-freundlich sagt, hat in der Grazer Altstadtpassage 2014 Einzug gehalten. Und seither verzaubert uns der Hausherr und Namensgeber des Lokals gemeinsam mit seinem Team mit täglich wechselnden Mittagsmenüs, einer bunten Speisekarte und der wunderbar kuscheligen Einrichtung. „De Wind’n“, wie der Beiname des Mau Shi lautet, steht in diesem Fall für den ganz besonderen Wohlfühlfaktor. Von den großen Couches im Vintage-Stil möchte man am liebsten nicht mehr aufstehen, zu Bob Dylan, Beatles und Co. wippt man mit dem großen Zeh und vom hausgemachten Ling Ling Eistee bis zum einen oder anderen Gläschen Wein kann das immer freundliche Personal mit so einigem an Flüssignahrung aufwarten.

Wenn das jetzt noch nicht überzeugend genug war: Man hat hier die Qual der Wahl zwischen gleich zwei Gastgärten – zwischen den dicht gedrängten Innenstadt-Bauten eigentlich kaum zu glauben. Während die Sitzgelegenheiten in der Altstadtpassage so ökonomisch platziert sind, dass sogar noch Passanten durchkommen (und einem dabei sehnsüchtig auf die Teller schauen) und auch das Ginko Greenhouse gegenüber noch Platz für ein paar Tische findet, punktet Gärtchen Nummer zwei mit der Ruhe und Idylle eines Innenhofs. Die nackten Häuserwände sind zwar nicht gar so charmant, dafür spechteln sie aber auch nicht neidisch auf unsere Teigtaschen. Bunte Lampions, Blümchen und Palettenmöbel haben der mangelnden Aussicht im Übrigen einiges entgegenzusetzen.

Noch ein kleiner Profitipp: Nach 22 Uhr versuchen nur Graz-Anfänger (und solche, die zu tief in ihren Prinzessinnenspritzer geschaut haben), die Altstadtpassage in Richtung Herrengasse zu verlassen. Die wird dann nämlich zugesperrt. Wieso, wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, dass sich ein Umweg durchs Lokal und zum Ausgang Prokopigasse nicht nur nachts, sondern zu jeder Tageszeit auszahlt. Der führt dich nämlich an der Küche vorbei, die nur durch eine Glasscheibe vom restlichen Lokal getrennt ist und so einen Blick in Töpfe und Pfannen und freundliche Gesichter ermöglicht – und in die Magie, die in der österreichisch-asiatischen Küche steckt.

 

Location: Herrengasse 7/ Altstadtpassage

Öffnungszeiten: MO-SA: 11:30 – 24:00, SO: 12:00 – 22:00

W-LAN: ja

Bankomat: ja – ab 10€

Rauchen: ja

Vegane Speisen: ja

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